Hochwasser und Hochwasserschutz

Das diesjährige Hochwasser an Donau und Elbe sollte erneut Anlass sein, die Maßnahmen zum Hochwasserschutz weiter zu verbessern!

Schadensbegrenzung durch flussbauliche Maßnahmen möglich

Hochwasser, wie sie in 2013 in extremer und für die Betroffenen tragischer Weise Mitteleuropa heimsuchten, sind im Prinzip natürliche Ereignisse. Ursachen sind extreme Niederschläge. Die Ausmaße der Katastrophe sind allerdings teilweise hausgemacht, da Abflussmengen und -geschwindigkeiten erhöht werden durch:

  • Verlust von Retentionsflächen,
  • Flächenversiegelung,
  • Flussbegradigung und
  • intensive Landnutzung, die das Wasseraufnahmevermögen des Bodens beeinträchtigt.

Der DRL forderte bereits 2002 in einer Stellungnahme einen sorgsameren Umgang mit den Flusslandschaften und der Natur, um Schäden, wie sie im Jahr 2013 erneut angerichtet wurden, in Zukunft geringer zu halten :

  • „Weichen statt Deichen“: Wo immer möglich sollen beim Wiederaufbau die alten Fehler vermieden werden.
  • Verbindliche Planungen, um auf Dauer besonders gefährdete Gebiete für das Hochwasser und landwirtschaftliche Grünlandnutzung in Übereinstimmung mit Natur- und Landschaftsschutz zu sichern.
  • Mehr Wasserrückhalteflächen schaffen: Rückverlegung der Deiche und Schaffung von Poldern, die gegebenenfalls unter ökologischen Gesichtspunkten regelmäßig geflutet werden, Renaturierung von Auen/ Schaffung von Retentionsflächen und schonende Flächenbewirtschaftung, Verbot des Grünlandumbruchs in Auen, Vermeidung von Bodenverdichtung; die Schaffung eines nationales Fluss- und Auenprogramms könnte hier wertvolle Voraussetzungen schaffen.
  • Flächenversiegelung vermeiden bzw. Entsiegelungsmaßnahmen durchführen.
  • Entfesselung von Fließgewässern, Fließstrecken verlängern.
  • Überprüfung flussbaulicher Maßnahmen (z. B. an der Elbe).

Das Planen und Bauen in hochwassergefährdeten Gebieten führt zu einer Erhöhung des Schadensrisikos: In Auen dürfen keine Siedlungs- und Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Hier sind alle Ebenen der Planung gefordert. Es müssen die gesamten Einzugsgebiete der Fließgewässer betrachtet werden - sowohl bei der Planung flussbaulicher Maßnahmen als auch bei der Hochwasservorsorge. Dazu gehören auch verbesserte Frühwarnsysteme.

Klimaschutz generell sinnvoll

Maßnahmen zum Klimaschutz, um extreme Wetterlagen als mögliche Folgen eines Klimawandels zu reduzieren, greifen nur langfristig, sind jedoch zu forcieren.

Der DRL hat sich immer wieder mit dem Ausbau von Fließgewässern intensiv auseinander gesetzt:

  • Projekt: Operationalisierung des Trittsteinkonzeptes für die Planungseinheit PE_RUH_1000, „Untere Ruhr“. Mehr ...
  • Heft Nr. 82: Verbesserung der biologischen Vielfalt in Fließgewässern und ihren Auen (2009). Mehr ...
  • Heft Nr. 81: Kompensation von Strukturdefiziten in Fließgewässern durch Strahlwirkung (2008). Mehr ...
  • DRL-Stellungnahme: Hochwasserschutz - was soll, was kann, was muss er leisten (2002). pdf-Datei 2MB
  • Heft Nr. 64: Konflikte beim Ausbau von Elbe, Saale und Havel (1994)
  • Heft Nr. 58: Wege zu naturnahen Fließgewässern (1989)

Alle Hefte der DRL-Schriftenreihe finden Sie hier auf einen Blick.

letzte Aktualisierung: 10.10.2013