Anforderungen an die Qualifikation von Gutachtern

Der DRL führte im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz vom 1. bis 3. Juni 2016 auf der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm ein Arbeitstreffen zum Thema „Anforderungen an die Qualifikation von Gutachtern“ mit VertreterInnen aus Behörden, Sachverständigenbüros, Berufs- und Naturschutzverbänden durch.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Zahl verschiedenartiger Eingriffe in Natur und Landschaft, z. B. im Zuge der Windkraftplanung, des Netzausbaus oder des Ausbaus von Verkehrswegen, wird je nach Planungsebene eine entsprechend größere Zahl von ökologischen Fachgutachten zur Bewertung der Eingriffe und Umweltfolgen notwendig (u. a. Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeitsprüfungen, Artenschutzrechtliche Prüfungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Vorschläge für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen).

Neben qualitativ einwandfreien Gutachten liegen auch Fälle vor, die nicht zufrieden stellen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig (u. a. mangelnde Finanzierung, unzureichende Vorgaben in den Ausschreibungen, zu kurze Erfassungszeiträume, unzureichende Ausbildung). Manche Gutachten firmieren auch unter dem Begriff „Gefälligkeitsgutachten“.

Um einen Einstieg in das Thema zu finden, hat der Deutsche Rat für Landespflege im Dezember 2015/ Januar 2016 eine Fragebogenaktion im Berufsfeld durchgeführt. Den DRL interessierten folgende Fragenkomplexe:

  • Tätigkeitsbereich im Berufsfeld
  • Ursachen für unzureichende ökologische Fachgutachten
  • Bedeutung vorhandener Standards
  • Fort- und Weiterbildung und ihre Nutzung
  • Vor- und Nachteile von Zertifizierungsmaßnahmen für ökologische Sachverständige
  • Erfahrungen mit Zertifizierungen aus den europäischen Nachbarländern
  • Einschätzung von Verhaltenskodizes, Berufsgrundsätzen und Selbstverpflichtungen.

Bei dem Arbeitstreffen auf der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm ging es um Fragen, wie die Qualifikation von Gutachtern sichergestellt werden kann und ob es möglich oder überhaupt sinnvoll wäre, ein zusätzliches Zertifizierungssystem aufzubauen. Die Ergebnisse der Befragung wurden dabei mitdiskutiert.

Der Deutsche Rat für Landespflege hat die Ergebnisse ausgewertet und eine Stellungnahme dazu erarbeitet, die Sie hier abrufen können.

Das Vorhaben wurde finanziert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

letzte Aktualisierung: 16.03.2017