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Biosphärenreservate sind mehr als Schutzgebiete –
Wege in eine nachhaltige Zukunft

Heft 83 des Deutschen Rates für Landespflege

In den 16 Biosphärenreservaten Deutschlands sollen großräumige und durch traditionell vielfältige Nutzungen geprägte Natur- und Kulturlandschaften sowie die historisch entstandene Vielfalt an Biotopen und Arten geschützt und entwickelt werden. Zugleich sollen in den Biosphärenreservaten beispielhaft naturverträgliche Formen nachhaltiger Landnutzung entwickelt und erprobt werden; somit gehört eine nachhaltige Nutzung durch den Menschen ausdrücklich zum Konzept der Biosphärenreservate. Nachhaltige Nutzung bezieht sich auf Wirtschaftsweisen, die im umfassenden Sinne dauerhaft umwelt- und naturgerecht sind. Die Umsetzung dieses Konzepts erfordert, dass alle daran Beteiligten (v. a. Politik, Verwaltungen, Verbände, Bewohner) sich über die zu erreichenden Ziele und Maßnahmen im Sinne einer „Good Governance“ möglichst weitgehend einigen.

Der Deutsche Rat für Landespflege untersucht in seinem jüngsten Heft 83 „Biosphärenreservate sind mehr als Schutzgebiete – Wege in eine nachhaltige Zukunft“ inwieweit internationale und nationale Strategien und Pläne (z. B. Sevilla-Strategie, Madrider Aktionsplan, Strategie für nachhaltige Entwicklung, Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, Anpassungsstrategie an den Klimawandel) in den Biosphärenreservaten Deutschlands umgesetzt werden und welche Rolle „Good Governance“ dabei einnimmt.

Vorgestellt werden neue angepasste, naturverträgliche Formen nachhaltiger Landnutzung für Kulturlandschaften unter Berücksichtigung aktueller Rahmenbedingungen, wie sich ändernde Landnutzungen (z. B. nachwachsende Rohstoffe), regionale Wirtschaftsbezüge (Vermarktung, Tourismus), demografische Entwicklung, Klimawandel und rechtliche Vorgaben für Natur- und Kulturlandschaften. Aufgezeigt werden Wirtschaftsmodelle zur Unterstützung der Schutz- und Entwicklungsziele, die zu mehr Nachhaltigkeit führen und die biologische Vielfalt erhalten sowie Vorschläge zu notwendigen Governance-Strukturen gemacht.

Der DRL zeigt anhand von Modellbeispielen, dass die Verwaltungen der Biosphärenreservate bei der Umsetzung der an sie gestellten Anforderungen Großartiges im Sinne von nachhaltiger Entwicklung geleistet haben – dennoch sind eine Reihe von Defiziten und Hemmnissen bestehen geblieben, zu deren Lösung der DRL eine Reihe von Vorschlägen und Empfehlungen entwickelt hat. Diese richten sich an alle zuständigen Stellen und Institutionen, die mit dem Aufgabenbereich „Biosphärenreservate“ befasst sind bzw. befasst sein sollten: Politik und Verwaltung in Bund, Ländern, Regionen und Kommunen, Wissenschaftliche Einrichtungen, Interessensverbände in den Aufgabenbereichen Naturschutz und Landschaftspflege, Umwelt, Landnutzung, Wasserwirtschaft, Raumplanung, Verkehr, Industrie und Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, Auswärtige Angelegenheiten, die interessierte Öffentlichkeit sowie die Verwaltungen der Biosphärenreservate selbst.

Die Untersuchung des Rates wird ergänzt durch eine Reihe von Einzelbeiträgen zum Themenbereich „Biosphärenreservate“, die anlässlich einer Fachveranstaltung „Konzepte für neue Landschaften – Nachhaltigkeit in Biosphärenreservaten“ im März 2010 in Bonn vorgetragen und diskutiert wurden. Die Ergebnisse dieser Diskussionen sind in die Untersuchung des DRL eingeflossen.

Das Heft 83 „Biosphärenreservate sind mehr als Schutzgebiete – Wege in eine nachhaltige Zukunft“, herausgegeben vom Deutschen Rat für Landespflege, ist in der Schriftenreihe des Deutschen Rates für Landespflege mit 138 Seiten Umfang und zahlreichen farbigen Abbildungen erschienen.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und durch Mittel der Lennart-Bernadotte-Stiftung.

 

letzte Aktualisierung: 11.10.2013