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Verbesserung der biologischen Vielfalt in Fließgewässern und ihren Auen

Heft 82 der Schriftenreihe des Deutschen Rates für Landespflege (DRL)

Unter dem Blickpunkt der Verbesserung der biologischen Vielfalt und den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie wurde das Strahlwirkungskonzept des Deutschen Rats für Landespflege für Gewässer erneut aufgegriffen. Aus dem landseitigen Biotopverbundkonzept und der Strahlwirkung in Fließgewässern wurden ein zusammenhängendes Konzept für einen Fließgewässer-Auen-Biotopverbund entwickelt.

Die Strahlwirkung in Fließgewässern beruht auf der aktiven und passiven Wanderung von Gewässerorganismen (DRL-Heft 81). Sie geht von einem Strahlursprung aus, einem Bereich mit einem sehr guten bis guten ökologischen Zustand und wirkt auf einen strukturell schwachen Gewässerabschnitt, der dadurch in seinem ökologischen Zustand aufgewertet wird.

Für zukünftige Renaturierungsmaßnahmen in Gewässern bedeutet dieser Ansatz, dass keine isolierte Betrachtung einzelner Gewässerabschnitte mehr stattfinden darf, sondern dass benachbarte Abschnitte oder Wasserkörper mitberücksichtigt werden müssen. Der Mitteleinsatz zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie kann optimiert werden, indem die Maßnahme im umzugestaltenden Abschnitt auf die erforderliche Mindestgröße zur Aktivierung der Strahlwirkung beschränkt bleibt, vorausgesetzt, dass ergänzend unterstützende Maßnahmen (z. B. Wegnahme von Barrieren oder Hinzufügen von Trittsteinen) auf dem Strahlweg im Fließgewässersystem umgesetzt werden.

In dieser neuen Publikation (DRL-Heft 82) werden:

  • DRL-Heft 82Renaturierungsmaßnahmen an verschiedenen Gewässertypen auf ihre Auswirkungen auf die Gewässerstruktur und die Struktur der Auen hin untersucht und ermittelt, ob in der biologischen Vielfalt der Gewässer Strahlwirkungseffekte feststellbar sind.
  • Die Strahlwirkung für den weit verbreiteten „Grobmaterialreichen, silikatischen Mittelgebirgsbach“ (Fließgewässertyp 5) wurde am Beispiel des Makrozoobenthos berechnet.
  • In einem eigenen Kapitel wurde versucht, die Strahlwirkung für die praktische Gewässerentwicklungsplanung im Hinblick auf die Erreichung der Ziele der WRRL zu operationalisieren, um u. a. Korridorbreiten für die Entwicklung von Fließgewässern und ihren Auen abzuleiten.
  • Eine beispielhafte Bestandsaufnahme von Lebensräumen, Arten und Artengruppen in Flusseinzugsgebieten Deutschlands und die Erstellung von Steckbriefen für Pflanzen- und Tierarten berücksichtigen die Konzepte „Strahlwirkung“ und „terrestrischer Biotopverbund“ als Grundlage für das weitere Vorgehen beim Aufbau eines länderübergreifenden gewässerorientierten Biotopverbunds zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in und an den Fließgewässern.
  • Abschließende Empfehlungen für eine künftige Maßnahmenplanung zur Erreichung des guten ökologischen Zustands bzw. der Herstellung eines guten ökologischen Potenzials gemäß der Wasserrahmenrichtlinie an ausgebauten Fließgewässern fordern den Aufbau eines funktionsfähigen gewässerorientierten Biotopverbunds.

Unsere Partner in diesem Projekt waren

Universität Duisburg-Essen
Abteilung Angewandte Zoologie/Hydrobiologie
45117 Essen
www.uni-due.de/hydrobiologie
www.fliessgewaesserbewertung.de

Ansprechpartner:
PD Dr. Daniel Hering
Dr. Armin Lorenz

Abteilung Limnologie und Naturschutzforschung
Senckenberg, Forschungsinstitut
und Naturmuseum
Clamecystraße 12
63571 Gelnhausen
www.senckenberg.de

Ansprechpartner/in:
Dr. Peter Haase
Dr. Andrea Sundermann

umweltbüro essen Bolle und
Partner GbR
Rellinghauser Straße 334f
45136 Essen
www.umweltbuero-essen.de

Ansprechpartner:
Martin Halle
Dr. Jochem Kail

 

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und durch Mittel der Lennart-Bernadotte-Stiftung.

 

letzte Aktualisierung: 16.03.2017